Förderungen im BEG-EM:

Neue Förderrichtlinien des Bundesamtes für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in der Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG-EM) an der Gebäudehülle und Anlagentechnik (außer Heizung) sowie Heizungstechnik in Verbindung erneuerbarer Energien ab 01.01.2021!

Förderungen

Mit folgenden Maßnahmen können Förderungen ab 01.01.2021 bei der BAFA in der BEG-EM beantragt werden:

Allgemeine Informationen

Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG EM bezuschusst Effizienzmaßnahmen in den Bereichen Gebäudehülle, Heizung sowie Anlagentechniken außer Heizung und Optimierungen.

Die zum 01.01.2021 neu eingeführte Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG vereint die bestehenden Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich ! Darunter fällt u.a. das KfW-Programm "Energieeffizient Bauen und Sanieren" sowie das "Marktanreizprogramm" der BAFA.

Es gelten die Bestimmungen der Richtlinie vom 30.12.2020 (siehe www.bafa.de)!

Hinweis:
Die BEG EM ist zunächst eine reine nicht zurückzahlbare Investitions- Zuschussförderung über das BAFA. Ab 01.07.2021 wird das BEG um die Kategorien BEG-WG für Wohngebäude und BEG-NWG für Nichtwohngebäude ergänzt mit Kreditförderungen (inkl. Tilgungszuschüsse) über die KfW - Förderbank anlehnend an die jetztigen Programme "Energieeffizient Bauen und Sanieren".

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der Fördermittel für die Sanierung von Wohngebäuden 2021:

BEG EM BEG WG
Förderung für einzelne Sanierungsmaßnahmen Förderung für die Sanierung zum Effizienzhaus
   
BEG EM Zuschuss BEG EM Kredit BEG WG Zuschuss BEG WG Kredit
BAFA KFW KFW KFW
Ab 01.01.2021 Bis 30.06.2021 Ab 01.07.2021 Bis 30.06.2021 Ab 01.07.2021 Bis 30.06.2021 Ab 01.07.2021
  Effizient Sanieren BEG Wohngeb. Effizient Sanieren BEG Wohngeb. Effizient Sanieren BEG Wohngeb.
  Kredit Nr. 151/152 Kredit Nr. 261/262 Progr. Nr. 430 Progr.-Nr. 461 Progr.-Nr. 151/152 Progr.-Nr. 261/262
             
Zuschuss für Baubegleitung und Fachplanung
BAFA BEG EM KFW Nr. 431 KFW BEG EM KFW Nr. 431 KFW BEG WG KFW Nr. 431 KFW BEG WG

Überblick über die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Antragstellung muss vor Vorhabenbeginn erfolgen. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden.

Die gleichzeitige Inanspruchnahme einer Förderung nach dieser Richtlinie und einer Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für dieselben förderfähigen Kosten ist nicht möglich. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme mit der Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG, KWKAusVO) ist nach Maßgabe des KWKG bzw. der KWKAusVO möglich; in diesen Fällen wird im Rahmen einer Beantragung einer Förderung nach dem KWKG bzw. der KWKAusVO eine Erklärung über die bereits erhaltene investive Förderung abzugeben sein.
Ergibt sich infolge der Kumulierung für die zu fördernde Maßnahme eine Förderquote von insgesamt mehr als 60 Prozent, hat dies der Fördernehmer dem jeweiligen Durchführer anzuzeigen. Die nach dieser Richtlinie gewährte Förderung ist in diesem Fall so zu kürzen, dass eine Förderquote von maximal 60 Prozent erreicht wird; soweit bereits erhalten, sind darüberhinausgehende Fördersummen durch den Fördernehmer zurückzuerstatten.

Hinweis zur Kumulierbarkeit mit KfW-Förderprogrammen:  

Für dieselbe Maßnahme darf jeweils nur ein Antrag entweder bei der KfW oder dem BAFA gestellt werden. Eine doppelte Antragstellung ist ausgeschlossen.

Für ein Gebäude können jedoch zwei oder mehr Anträge gestellt werden für unterschiedliche Einzelmaßnahmen und ggf. von unterschiedlichen Antragstellern (Contractor, Eigentümer) solange die nach der Richtlinie festgelegten Höchstgrenzen förderfähiger Kosten pro Antrag und Kalenderjahr eingehalten werden.
Ebenso ist eine Kumulierung mit der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung ausgeschlossen. Antragsteller müssen sich verpflichten, für dieselbe Maßnahme keinen Antrag auf steuerliche Förderung zu stellen. Bei Durchführung mehrerer unterschiedlicher Maßnahmen kann jedoch eine Förderung nach dieser Richtlinie für einzelne Maßnahmen mit der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung für einzelne andere Maßnahmen kombiniert werden.

Generelle übergreifende Hinweise:

  • Die förderfähigen Ausgaben für energetische Sanierungsmaßnahmen von Wohngebäuden sind auf 60.000,- € pro WE, Maßnahme und Jahr gedeckelt.
  • Eigenleistungen sind generell nich mehr förderfähig. Materialkosten sind nur noch förderfähig, wenn diese durch Fachunternehmen eingebaut werden!
  • Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt für Einzelmaßnahmen bei 2000,- € brutto, einschl. Kosten für die Fachplanung und Baubegleitung (außer für Heizungsoptimierung = 300,- € brutto).
  • Die Zuschussförderung wird befristet für 24 Monate zugesagt ab Zugang der Zusage des Zuwendungsbescheides (Bewilligungszeitraum). Die Befristung lässt sich in Sonderfällen per Antrag auf 48 Monate verlängern.
  • Spätestens 6 Monate nach Ablauf der Bewilligungsfrist muss die erfolgte Umsetzung der Maßnahme(n) nachgewiesen sein, d.h. spätestens nach 30 bzw. 54 Monaten.
  • Die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen der Richtlinie sind zu beachten.

Geförderten Einzelmaßnahmen im BEG-EM

Zusammenfassung der geförderten Einzelmaßnahmen im BEG-EM für Wohngebäude

1. Förderungen im Bereich der Gebäudehülle:

1.1.  Dämmung von Außenwänden

1.2. Dämmung von Dachflächen

1.3. Dämmung von obersten Geschoßdecken

1.4. Dämmung von Bodenflächen

1.5. Austausch von Fenstern und Außentüren

1.6. Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz

2. Förderungen im Bereich Anlagentechnik (außer Heizung)

2.1. Erstmaliger Einbau von Lüftungsanlagen

2.2. Austausch von vorhanden Lüftungsanlagen

2.3. Optimierung von vorhanden Lüftungsanlagen

2.4. Einbau von "Efficiency Smart Home"

 

Bei den oben genannten Fördermaßnahmen unter Punkt 1 + 2 ist die Einbindung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen zwingend erforderlich!

3. Förderungen im Bereich Heizungstechnik

 

3.1  Erneuerbare Energien Hybridheizung

EE-Hybridheizungen kombinieren ausschließlich Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien (Solar, Biomasse oder Wärmepumpe) über eine gemeinsame Steuerungs- und Regelungstechnik miteinander.

Die technischen Voraussetzungen für die Förderung der EE-Hybridheizung ergeben sich aus den technischen Voraussetzungen der Technologie-Komponenten.

Die Förderung beträgt bis zu 35% der förderfähigen Kosten.

3.2  Gas-Hybridheizung

Gas-Hybridheizungen kombinieren eine neue Gasheizung mit einem oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien (Solar, Biomasse oder Wärmepumpe) über eine gemeinsame Steuer- und Regelungstechnik.

Technische Voraussetzungen für die Förderung der Gas-Hybridheizung:

  • die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETA S) muss mind. 92 % erreichen
  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik muss installiert oder vorhanden sein
  • der regenerative Wärmeerzeuger muss mind. 25 % der Heizlast des versorgten Gebäudes bedienen
  • der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage.

Die Förderung beträgt bis zu 30% der förderfähigen Kosten

3.3 "Renewable Ready"

"Renewable Ready" wird bei der Erstellung einer Gas-Hybridheizung (siehe oben) zunächst nur ein neuer Gasbrennwertkessel installiert und erst später, in einer zweiten Maßnahme, die thermische Nutzung erneuerbarer Energien realisiert, kann die Installation des Gasbrennwertkessels gefördert werden, falls hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik für den künftigen erneuerbaren Teil des Heizsystems mit verbaut wird.

Die Erweiterung von „Renewable Ready“ zu einer Gas-Hybridheizung gemäß den Technischen Mindestanforderungen muss binnen zwei Jahren erfolgen.

Technische Voraussetzungen für die Förderung der „Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizung:

  • der Maßnahme liegt das Konzept für die geplante Gas-Hybridheizung, die alle Technischen Voraussetzungen erfüllt, zu Grunde
  • die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETA S) muss mind. 92 % erreichen
  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik muss installiert werden oder vorhanden sein
  • die Umwandlung in eine Gas-Hybridheizung ist innerhalb von 2 Jahren nachzuweisen
  • ein Speicher für die künftige Einbindung des erneuerbaren Wärmeerzeugers muss installiert werden oder vorhanden sein. Ausnahmsweise kann in Nichtwohngebäuden auf einen Speicher verzichtet werden, wenn Biogas zu einem Anteil von mehr als 55% dauerhaft über die Mindestnutzungsdauer der Anlage eingesetzt wird.
  • der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage.

Die Förderung beträgt bis zu 20% der förderfähigen Kosten.

3.4. Solarkollektoranlagen

Die Errichtung oder Erweiterung von Solarkollektoranlagen zur thermischen Nutzung wird gefördert, wenn sie überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz dienen.

Anlagen, die die Technischen Mindestanforderungen erfüllen, werden in einer Liste geführt.

Die Förderung beträgt bis zu 30% der förderfähigen Kosten

3.5 Biomasseanlagen

Gefördert wird die Installation von

  • Kesseln zur Verbrennung von Biomassepellets und –hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskesseln zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. Hackschnitzeln und Scheitholz
  • sowie besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

ab 5 kW Nennwärmeleistung zur thermischen Nutzung.

Anlagen, die die Technischen Mindestanforderungen erfüllen, werden in Listen geführt (siehe unter www.bafa.de).

Die Förderung beträgt bis zu 35% der förderfähigen Kosten

3.6  Effiziente Wärmepumpenanlagen

Gefördert wird die Errichtung von effizienten Wärmepumpenanlagen einschließlich der Nachrüstung bivalenter Systeme, wenn sie überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung von Gebäuden oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz dienen.

Anlagen, die die Technischen Mindestanforderungen erfüllen, werden in einer Liste  geführt.

Die Förderung beträgt bis zu 35% der förderfähigen Kosten.

3.7 Austausch für Ölheizungen

Wird eine Ölheizung durch eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage ersetzt, erhöht sich der gewährte Fördersatz um 10 Prozentpunkte.

Dadurch ergibt sich für Heizungen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, ein Fördersatz von 45% und für Heizungen, die sowohl erneuerbare Energien als auch Erdgas nutzen ein Fördersatz von 40%.

3.8 Förderung von Heizungsoptimierung

3.8.1  Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, inklusive der Einstellung der Heizkurve

3.8.2  Ersatz von Heizungspumpen sowie Warmwasser-Zirkulationspumpen durch Hocheffizienzmodelle.

3.8.3  Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung

3.8.4  Maßnahmen zur Absenkung der Rücklauftemperatur bei Gebäudenetzen

3.8.5  Optimierung von Wärmepumpen

3.8.6  Dämmung von Rohrleitungen

3.8.7  Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörper und von gebäudenahen Wärmespeichern.

3.8.8  Einbau oder Erneuerung der Mess-, Steuer- und Regeltechnik.

Voraussetzung für alle Maßnahmen ist die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage. Sollte dies aus technischen Gründen nicht möglich sein so ist zumindest ein Heizungscheck nach DIN EN 15378 durchzuführen.

Der Fördersatz beträgt 20% der nachgewiesenen Investitionskosten. Mindest-Investtitionssumme 300,00 € brutto!

4. Förderungen von Fachplanungen und Baubegleitung

Folgende Einzelmaßnahmen im Rahmen des BEG EM werden durch eine Fachplanung und Baubegleitung gefördert.

4.1  Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Baubegleitungspflicht)

4.2  Anlagentechnik (außer Heizung - Baubegleitungspflicht)

4.3  Anlagen zur Wärmeerzeugung

4.4  Heizungsoptimierung

Der Fördersatz beträgt 50 % der förderfähigen Investition für Fachplanung und Baubegleitung.

Die förderfähigen Ausgaben sind gedeckelt auf 5000,- € für Ein- und Zweifamilienhäuser und auf 2000,- € pro WE bei Mehrfamilienhäusern von drei und mehr Wohneinheiten (max. 20.000,- € pro Zuwendungsbescheid).

5.  iSFP-Bonus

Bei der Umsetzung einer Sanierungsmaßnahme als Teil eines im Förderprogramm "Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude (siehe Energieberatung vor Ort) " geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist ein weiterer zusätzlicher Förderbonus von 5 % auf die oben genannten Fördersätze möglich!

Den genauen Richtlinientext sowie das Verfahren der Antragsstellung als auch die Nachweisführung mit den weiteren technischen Mindestanforderungen (inkl. Listen für zugelassene Hersteller) sowie die förderfähigen Kosten können Sie der Internetseite www.bafa.de

Förderübersicht: Bundesförderung für effizienzte Gebäude (BEG)

Dies ist eine Zusammenfassung der Förderrichtlinien. Informieren Sie sich auf jeden Fall vor der Konzeption bzw. Realisierung einer Maßnahme bei der zuständigen Stelle über die aktuellen und vollständigen Richtlinien sowie über die Verfügbarkeit von Fördermitteln!

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